Gewichts- und Ressourceneinsparung, Bauraumreduktion und Kostensenkung sind zentrale Makrotrends, die Verzahnungsauslegungen an ihre Grenzen bringen. Jede Konstruktion ist nur so zuverlässig wie ihre empirische Basis – daher schafft der Verzahnungsprüfstand diese praxisnah. Mit stufenlos einstellbarem Achsabstand lassen sich Dauerläufe und flexible Lastzyklen unter verschiedenen Schmierbedingungen wie Öl- oder Fettschmierung abbilden. So können anwendungsgerechte Tragfähigkeitskennwerte ermittelt und projektspezifische Tests oder isolierte Validierungen schnell durchgeführt werden – auch als Dienstleistung.
Für Kunststoffverzahnungen bietet der Prüfstand einen besonderen Nutzen: Kunststoff ist unterbeforscht, und fehlende Materialdaten sowie multifaktorielle Versagensszenarien erschweren die Entwicklung. Der Prüfstand ermöglicht praxisnahe Forschung abseits standardisierter Prüfszenarien und liefert belastbare Daten für reale Anwendungen.
In Kooperation mit igus werden neue Kunststoffe für den 3D-Druck von Zahnrädern erforscht. Unter definierten Bedingungen kann untersucht werden, wie sich Zahnräder aus unterschiedlichen Prototyping-Prozessen verhalten. Ziel ist es, die Präzision additiv gefertigter Zahnräder an Spritzguss-Serienbauteile anzunähern und die Tragfähigkeitsdaten vergleichbar zu machen.
Der Prüfstand eignet sich für gerade oder schrägverzahnte Stirnradstufen, Metall-, Kunststoff- und Metall-Kunststoff-Kombinationen. Verschiedene Schmierbedingungen wie Trockenlauf, Fettschmierung oder Ölschmierung lassen sich abbilden, ebenso Dauerlauf oder applikationsspezifische Lastkollektive. Gemessen werden Drehmoment, Drehzahl, Wirkungsgrad und Schmierstofftemperatur. Weitere Features sind automatisierte Schadenserkennung mit Stopp-Bedingung, Regelung der Betriebstemperatur bei Ölschmierung sowie ein schwingungsarmer, gedämpfter Prüfaufbau.